Überblick
Die meisten E-Signatur-Plattformen beantworten eine einzige Frage gut: Wie bekomme ich dieses Dokument schnell unterschrieben? Skribble beantwortet die schwierigere, die Schweizer und europäische Unternehmen tatsächlich umtreibt: Wie unterschreibe ich so, dass ein Gericht, ein Prüfer oder eine Aufsichtsbehörde es später nicht anzweifeln kann? Das 2018 in Zürich gestartete Skribble ist ein Schweizer Spezialist, für den die Rechtswirkung und nicht das Signaturtempo das eigentliche Leistungsmerkmal ist.
Dieser Fokus zeigt sich in einer Fähigkeit, die kaum ein Wettbewerber aus einem einzigen Konto heraus erreicht: das Unterschreiben zugleich nach der EU-Verordnung eIDAS und nach dem Schweizer ZertES, wobei sich pro Dokument wählen lässt, welches Recht gilt. Für ein Unternehmen, das beidseits der deutsch-schweizerischen Grenze tätig ist, etwa eine Bank in Zürich, ein Versicherer mit EU-Tochter oder eine Kanzlei mit Mandanten auf beiden Seiten, ist diese länderübergreifende qualifizierte elektronische Signatur (QES) der Unterschied zwischen einem Werkzeug und zweien.
Was Skribble ist und was nicht
Skribble ist eine fokussierte Signaturplattform, keine Suite zur Dokumentenautomatisierung. Einen Angebots-Editor à la PandaDoc oder einen Angebotskonfigurator suchen Sie hier vergebens. Stattdessen erhalten Sie einen klaren Ablauf in drei Schritten, nämlich Dokument wählen, Unterzeichnende einladen und Signaturfeld platzieren, und zwar über die gesamte Stufenleiter der europäischen Standards hinweg: einfach (EES), fortgeschritten (FES) und qualifiziert (QES). Die QES-Zertifikate stellt Swisscom aus, ein nach EU- und Schweizer Recht anerkannter qualifizierter Vertrauensdiensteanbieter. Die höchste Rechtsstufe ist damit fester Bestandteil des Produkts und kein nachträglich angeflanschtes Zusatzmodul.
Diese Zurückhaltung ist gewollt. Teams, für die sich eine Unterschrift wie das Senden einer E-Mail anfühlen soll und nicht nach mehr, werden die Schlankheit des Werkzeugs schätzen. Wer integrierte Vertragsbearbeitung oder eine ausufernde Vorlagenverwaltung sucht, wird es als reduziert empfinden. Genau darin liegt der Sinn: Skribble ist für den Moment gebaut, in dem ein Dokument korrekt unterschrieben werden muss, und optimiert kompromisslos auf diesen Moment.
Für wen es sich eignet
Skribble passt zu regulierten, dokumentenintensiven Organisationen im DACH-Raum und in der EU, also zu Versicherern, Banken, Steuerberatungen, Immobilienverwaltungen und Personalabteilungen, in denen die Beweiskraft einer Unterschrift eine harte Beschaffungsanforderung ist und kein netter Zusatz. Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), Die Mobiliar, Baloise, DATEV und die Stadt Zug zählen zu den über 10.000 Unternehmen auf der Plattform. Es ist eine Kundenliste, die klar auf prüfungsgewohnte Institutionen ausgerichtet ist.
Sind Ihre Signaturbedürfnisse US-lastig und volumengetrieben, deckt ein globaler Anbieter wie DocuSign mehr ab. Lautet Ihre Anforderung aber „gültig in der Schweiz und der EU, vor Gericht beweisbar, auf Schweizer Boden gehostet“, dann erfüllen nur wenige Werkzeuge sie so sauber wie Skribble. Genau deshalb führt es unsere deutschsprachige Rangliste an.
Wichtigste Funktionen
- Drei eIDAS/ZertES-Signaturstandards aus einem Konto: einfach (EES), fortgeschritten (FES), qualifiziert (QES)
- Länderübergreifende QES: Rechtsgültigkeit nach EU-Recht (eIDAS) oder Schweizer Recht (ZertES), pro Dokument wählbar
- QES-Zertifikate über Swisscom, qualifizierter Vertrauensdiensteanbieter nach EU- und Schweizer Recht
- Drei Identifizierungswege für FES/QES: automatisierte Selbst-Identifikation, Video-Ident und Vor-Ort-Ident
- AATL-konforme Signaturen (Adobe Approved Trust List), die der Adobe Reader als vertrauenswürdig erkennt
- Massenversand von Dokumenten zur Unterschrift
- Wiederverwendbare Dokumentvorlagen und integrierter Signatur-Validator
- Signaturreihenfolge, Beobachter, Erinnerungen und Zurückziehen offener Einladungen
- Unterzeichnende brauchen kein Skribble-Konto, sie unterschreiben per Link
- Organisationssiegel (Firmensiegel) in den Tarifen Pro und Scale
- Über 30 Business-Integrationen: Microsoft 365, Salesforce, SAP, DATEV, Bexio, Google Drive, Zapier
- Moderne, dokumentierte REST-API mit kostenloser, unverbindlicher Demo
- In 18 Oberflächensprachen verfügbar
- Vollständig webbasiert und ohne Installation, in jedem aktuellen Browser, am Rechner wie am Smartphone
Preise
Skribble weist seine Preise in Euro und Schweizer Franken zum Parikurs aus, jährlich abgerechnet (zzgl. MwSt.), mit einer 14-tägigen kostenlosen Testphase, die alle Pro-Funktionen für unbegrenzt viele Nutzer freischaltet und keine Kreditkarte verlangt. Einfache Signaturen sind ab dem Team-Tarif unbegrenzt; fortgeschrittene und qualifizierte Signaturen laufen über ein jährliches Kontingent pro Nutzer mit nutzungsabhängiger Abrechnung darüber hinaus.
- Starter: 0 €/CHF, rein nutzungsabhängig (1 Nutzer). Kein Abonnement. EES für 1 € je Signatur, FES für 3 €, QES für 5 €. Passend für Einzelpersonen oder gelegentliche Unterzeichnende, die Rechtsgültigkeit ohne festen Tarif wünschen.
- Team: 23 €/CHF pro Nutzer und Monat (bis 20 Nutzer). Unbegrenzte EES, 72 FES oder QES pro Nutzer und Jahr inklusive, danach 2,50 € (FES) beziehungsweise 4,50 € (QES) je Stück. Dazu Unternehmenseinstellungen, Anhänge, Beobachter und Erinnerungen.
- Pro: 36 €/CHF pro Nutzer und Monat (bis 20 Nutzer). Alles aus Team, 120 FES oder QES pro Nutzer und Jahr, danach 2 € beziehungsweise 4 € je Stück, dazu API-Zugang, Integrationen und Single Sign-on (Branding und SSO werden separat berechnet).
- Scale: auf Anfrage (ab 20 Nutzern). Individuelle Einführung mit Kostenstellen, Salesforce-Integration, Einführungsbegleitung durch Fachleute und den üblichen Standardbeschränkungen.
Ein Posten, den Sie einplanen sollten: Die Identifizierung für die QES ist ein separater Einmalpreis ab 10,78 €, je Unterzeichner mindestens zwei Jahre gültig. Bezahlt wird damit der Aufbau einer rechtlich geprüften Identität, nicht jede einzelne Signatur. Preise können sich ändern; prüfen Sie die aktuellen Zahlen auf der offiziellen Website.
Starter
- 1 Nutzer
- Ohne Abonnement
- 1 € für SES, 3 € für AES, 5 € für QES je Signatur
- Signaturreihenfolge festlegen
Team
★- Bis zu 20 Nutzer
- Unbegrenzte einfache Signaturen
- 72 AES/QES pro Nutzer und Jahr
- Zusätzliche AES 2,50 €, QES 4,50 €
- Anlagen, Beobachter, Erinnerungen
Pro
- Bis zu 20 Nutzer
- Unbegrenzte einfache Signaturen
- 120 AES/QES pro Nutzer und Jahr
- Zusätzliche AES 2 €, QES 4 €
- API, Integrationen, Single Sign-on
- Organisationssiegel
Sicherheit & Compliance
Bei der Sicherheit zahlen sich die Schweizer Wurzeln von Skribble am konkretesten aus. Dokumente liegen in der Schweiz in zwei geo-redundanten Rechenzentren der Stufe Tier IV, also der höchsten Verfügbarkeitsstufe, auf ISO-27001-zertifizierter und FINMA-konformer Infrastruktur. Skribble selbst hält sowohl ISO 27001 (Informationssicherheit) als auch ISO 9001 (Qualitätsmanagement) und beauftragt jährliche Penetrationstests samt regelmäßiger Schwachstellen-Scans.
Die Verschlüsselung wird konkret statt schwammig beschrieben: Der Datenverkehr läuft über TLS 1.2+ mit RSA-4096, Daten im Ruhezustand liegen unter vollständiger Festplattenverschlüsselung, und jedes einzelne Dokument wird mit einem eigenen, einmaligen AES-256-Schlüssel verschlüsselt. Jede Nutzeraktion wird in ein nur ergänzbares Prüfprotokoll geschrieben, das zehn Jahre aufbewahrt wird. Genau diese Art manipulationssicherer Aufzeichnung zählt, wenn eine Unterschrift angefochten wird. Bei der Compliance erfüllt Skribble sowohl die EU-DSGVO als auch das Schweizer Datenschutzgesetz (DSG); die Anforderungen an den Datenstandort, schweizerische wie europäische, sind damit ohne US-Cloud-Abhängigkeit abgedeckt.
Integrationen
Skribble dockt an die Werkzeuge an, in denen Dokumente ohnehin leben, statt zu verlangen, dass Sie in Skribble arbeiten. Microsoft 365 ist erstklassig angebunden, also Word, SharePoint, OneDrive und Power Automate, dazu Google Drive und Zapier für leichte Automatisierungen. Für Fachsysteme erreicht es über 30 Plattformen, darunter Salesforce, SAP, DATEV und das Schweizer Bexio, sowie Dokumentenmanagement-Systeme wie M-Files und ELO. Entwicklerteams erhalten eine dokumentierte REST-API (mit kostenloser Demo), um die Signatur direkt in eigene Produkte und Portale einzubetten. Diesen Weg gehen die meisten größeren Kunden von Skribble am Ende ohnehin.